Ev.-luth. Kirchengemeinde Dalum

49744 Geeste-Dalum | An der Schaftrift 46

Wittenberg 2017

Wittenberg17w

 

Auf den Spuren Martin Luthers

Mitarbeiterfahrt der ev-luth. Kirchengemeinden Dalum und Twist

an die Wiege der Reformation

 

Was feiern wir 2017 eigentlich? Unter dieser Leitfrage nach den Gründen für die umfangreichen Feierlichkeiten zum 500jährigen Reformationsjubiläum machte sich nun eine dreiundvierzigköpfige Gruppe von Haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern der ev.-luth. Kirchengemeinden Dalum und Twist unter der Leitung von Pastor Thorsten Jacobs auf an die Wiege der Reformation, die Lutherstadt Wittenberg.

An den Originalschauplätzen der Reformation konnte die Gruppe durch Vorträge von Pastor Jacobs, eine Stadtführung und Besichtigungen den Gründen und Ursachen der Reformation nachspüren und durch die Teilnahme am mittelalterlichen Stadtfest, „Luthers Hochzeit“, die Stimmung des Mittelalters ein Stückweit live miterleben. Zehntausende Besucher kommen zu dem Mittelalterfest in die alte Universitätsstadt an der Elbe, um die Hochzeit Luthers mit Katharina von Bora nachzuspielen und den prächtig kostümierten Umzug mit hunderten von Darstellern zu bewundern.

Die Gruppe residierte in der alten Universität, in der Luther selbst lehrte, der „Leucorea“. In einer Einführung zum Reformationsjubiläum schilderte Pastor Jacobs die Umstände, die zur Reformation führten, und kam damit auf das entscheidende Jahr 1517 zurück.

Es war das Jahr, in dem an der Grenze Kursachsens  Ablassverkäufer Tetzel, ein Dominikanermönch, marktschreierisch seinen Ablass anbot. „Kardinal Albrecht von Mainz, sein Auftraggeber, und eben sein Predigermönch Tetzel hatten“, so Jacobs,  „eine echte Marktlücke entdeckt. Ich sag es mal bewusst etwas despektierlich: Erlass von Kirchstrafen gegen Cash. Der Ablasshandel und Ämterkauf waren mittlerweile zu einer völlig undurchsichtigen finanziellen Transaktion verkommen – verbunden mit der absurden Vorstellung, man könne sich mit Geld von seiner Schuld freikaufen. Nicht durch Reue, nicht durch Buße und versprochene Besserung. Nein für Geld“.

Mit dieser Kritik landete Jacobs bei dem fundamentalen, evangelischen Gedanken der Reformation, bei Luthers „Turmerlebnis“, durch den Römerbrief 1,17, in dem der Apostel Paulus schrieb: „Der Gerechte wird durch Glauben leben.“ Luther folgerte daraus: „Wenn Christus uns erlöst hat, brauchen wir keinen Ablass. Der Glaube und Gottes geschenkte Gnade machen uns frei, nicht unser Tun, nicht unser Werk und auch nicht unser Geld!“ Jacobs folgerte, welch ein Befreiungsschlag das für Luther gewesen sein musste, der ursprünglich „Luder“ hieß und sich nun Luther nannte, vom griech. ‚Eleutheros‘, der Befreite!“ Luthers Einsicht blieb nicht ohne weitreichende Konsequenzen. „Die unangebrachte Vermarktung des Ablasshandels und seine reformatorische und bahnbrechende Erkenntnis von der Gnade Gottes, die im Glauben geschenkt und nicht verdient wird, veranlasste ihn zum Anschlag seiner 95 Thesen an der Schlosskirchentür zu Wittenberg.

"Die Reformation kam ins Rollen“, erklärte Jacobs und hob einen weiteren wichtigen Gedanken hervor: „Das war es, was Luther wollte. Keine Spaltung, sondern einen fröhlichen, befreienden Glauben, der uns zu einem guten Leben hilft. Eine Kirche, die die Sprache der Menschen spricht und deren Ängste, Fragen und Sorgen ernst nimmt.“ Dies wurde auch bei dem dreitägigen Stadtfest in Wittenberg deutlich und ausgiebig gefeiert.

Die beiden Gemeinden werden im Rahmen des Reformationsjubiläums jeweils ein Mittelalterfest anbieten. Die ev. Kirchengemeinde in Dalum am 13. August und die Twister Gemeinde am 17. September 2017.

 


 


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